Montag, 29. Februar 2016

#103: Ben Nevis 1996 - 2015 18 Jahre Hogshead - Bottled for Whic.de



In den letzten Monaten ist der Onlineshop Whic.de - Whiskycircle sehr positiv mit hochwertigen eigenen Abfüllungen in kleinen Auflagen aufgefallen. (Darüber hinaus ohnehin ein sehr empfehlenswerter Onlineshop.)
Schon kurz nach den letzten Abfüllungen erscheint zum 01.03. ein 18 Jahre alter Ben Nevis aus dem Bourbon Hogshead. Ich danke Arne Wesche von Whic.de für die Möglichkeit, diesen Malt noch vor dem Release zu probieren!



Farbe
Fahles Gold

Nase
Schon die erste Nase offenbart große Fruchtigkeit: Aprikosen, weiße Trauben, Ananas, überreife Papaya. Dazu Hagelzucker und viel Vanille. Etwas Karamell ist auch dabei. Dahinter liegt eine interessante Hefenote. Diese entwickelt sich zunächst zu Hartkäse und verbindet sich später mit den Früchten und lässt diese auf eine angenehme Art vergoren erscheinen. Jetzt erinnert er an Apfelmost und Honigwein. Der Alkohol ist spürbar, jedoch gut integriert und nicht störend. 

Geschmack
Im Mund sehr klassisch für eine Ex-Bourbon Lagerung. Vanille, Sahnekaramell, eingekochter Fruchtmix aus sommerlichen Früchten. Darunter finde ich Aprikosen, Pfirsiche und wieder die Ananas. Eine beginnende Eichenwürze bringt sanfte Würze an den Gaumen und setzt den Kontrapunkt zum Hagelzucker. Von Hefe oder den gärenden Früchten ist im Mund nichts zu vernehmen – sehr dynamisch!

Abgang
Der wärmende und cremige Abgang beginnt mit Trockenfrüchten und karamellisiertem Zucker. Diese fruchtig-süße Mischung wird durch recht deutliche Eiche ergänzt. Milder Pfeffer, etwas Bitterkeit an den Wangen. Dazwischen erscheint auch immer wieder Ananas und bringt zarte Fruchtsäure. Ganz am Ende des mittellangen Abgangs flammt nochmals Karamell auf und legt sich cremig in den ganzen Mundraum.

Fazit
Erneut ein sehr gut ausgewähltes Fass, das auf sehr angenehme Weise vom „Mainstream“ abweicht. Neben den klassischen Aromen aus Ex-Bourbon Fässern ist hier eine große Bühne für den sehr eigenständigen Brennereicharakter von Ben Nevis gegeben. Insbesondere die dynamische Nase von Hefe, die über Käse bis hin zu vergorenen Früchten live im Glas oxidiert ist spannend.

86/100

Sonntag, 28. Februar 2016

#102: Glen Els 5 Jahre Malaga Quarter Cask for Whisky in Wiesbaden



Nicht an Weihnachten ein Genuss. :)

Dieser Glen Els wurde speziell für den Whiskyhändler Tom Zemann von Whisky in Wiesbaden abgefüllt und reifte für 5 Jahre in einem Malaga-Quartercask. In diesen vergleichsweise kleinen Fässern hat der Whisky eine sehr große Kontaktfläche zum Holz und reift entsprechend schneller und intensiver. 


Farbe
Mahagoni

Nase
Schwer und dunkel liegt der Malt im Glas. Kräftiger Holzrauch, der irgendwie kühlend wirkt, liegt über frisch gemahlenem Kakao. Rosinen, getrocknete Datteln, Brombeeren, Balsamico und Räucherspeck. Alles wirkt alt und gesetzt, gleichzeitig beißt er aber auch ein wenig in der Nase. Mit etwas Wasser tritt kräftiges Karamell zusammen mit frisch gebackenem Brot und etwas Minze hervor. Die Schärfe ist jetzt weg.

Geschmack
Ein wunderschönes, cremiges und öliges Mundgefühl fällt sofort auf. Geräucherte Salami trifft auf Rosinen, Dörrpflaumen, Kakaopulver und in Rum getränkte, mit Karamell gefüllte Pralinen.

Abgang
Der Holzrauch zieht sich zurück und hinterlässt einen mineralischen Eindruck. Schnell übernehmen Cappucino, Kakao und angerösteter Zucker die Führung. Jetzt erstarkt auch zum ersten Mal das Eichenholz und bringt würzige Eichentannine. Der Abgang ist, getragen von Holzrauch und Eiche, lang und wärmend.

Fazit
Ein sehr intensiver Glen Els, der seine Ähnlichkeit zur Künstler Collection #2, die ebenfalls in Malagafässern reifte, nicht verstecken kann. Ich habe das Gefühl, dass das Quartercask hier nicht nur zum Vorteil gereicht hat. Während der Malt ohne Wasser stellenweise noch etwas scharf wirkt, sind die Aromen aus dem Fass aber bereits so intensiv, dass eine längere Reifung keinen Vorteil mehr gebracht hätte. Mit etwas Wasser gefällt er mir trotzdem sehr gut, wer jedoch den Künstler #2 im Schrank stehen hat, kann diesen hier auslassen.

87/100

Dienstag, 23. Februar 2016

#101: BenRiach 15 Jahre Madeira Wood Finish



Die Speyside Brennerei BenRiach ist bekannt für ihre vielfältigen (Nach- )Reifungen und Abfüllungen. Insbesondere die Wood Finish Serie begeistert hier mit tollen Malts zu guten Preisen. Leider sind einige (darunter z.B. der Burgundy) schon sehr selten und damit teuer geworden.
Einer meiner liebsten ist der Madeira Wood Finish, den ich heute vorstelle.


Farbe
Gelbes Gold

Nase
Weiche Mango, Papaya, Pfirsiche und Melone umhüllt von warmem Marzipan. Viel Vanille, Karamell und Bienenwachskerzen. Mit etwas Zeit im Glas kommt etwas frische Minze und Nadelholz zum Vorschein. Das Finish in Madeirafässern ist klar zu erkennen, der typische "Fruchtkuchen", der Whiskys aus diesen Fässern auszeichnet ist deutlich vorhanden. Eichenwürze oder Alkohol sind im Aroma nicht zu finden.

Geschmack
Sehr viel cremiges Karamell, Sahnebonbons, und süße Früchte. Aprikosen, Zitronen, Honigmelonen. Gleichzeitig aber auch sehr würzig mit mildem Pfeffer, Haselnüssen und herbalen Noten. Der Alkohol ist spürbar und gibt dem Malt eine kühlende Frische, die gut zu den zahlreichen Früchten passt.

Abgang
Mittellang und erneut sehr cremig. Vanille und Karamell ziehen sich wie ein roter Faden durch diesen Malt und übernehmen auch im Abgang eine führende Rolle. Zartbitter-süße Eichenfracht spielt mit den vorgenannten Fruchtnoten.

Fazit
Für mich als Freund von Madeira Finishes und -reifungen bietet dieser BenRiach alles, was ich mir wünsche: Wunderbare Fruchtigkeit, kräftige Gewürze und eine angenehme Komplexität. Besonders gut gefällt mir die allgegenwärtige Cremigkeit.

87/100

Sonntag, 21. Februar 2016

#100: Bowmore 1984 Warehouse No. 1 Vaults - 30 Jahre


  • Brennerei: Bowmore
  • Fasstyp: Bourbon & Sherry Casks
  • Alter: 30 Jahre (1984-2014)
  • Alkoholstärke: 47,6% ABV
  • Whiskybase: https://www.whiskybase.com/whisky/67484/1984



Lange habe ich überlegt, welchen Malt ich hier in meinem 100. Beitrag vorstellen soll. Bruichladdich? Das wäre naheliegend, aber fast zu offensichtlich für meine Neigungen. Am Ende hat mir mein Facebook-Freund Detlef Katzewski die Entscheidung abgenommen, indem er mir ein Sample eines 30 Jahren Bowmore aus dem Jahre 1984 zukommen ließ. Für Bowmore habe ich viel übrig - und die alten Abfüllungen sind hier immer ganz besonders schön. Vielen Dank lieber Detlef - und auf viele hundert weitere Reviews!


Farbe
Bernstein

Nase
Bowmore at it's best! Der typische florale Bowmore-Rauch mit Noten von Heidekraut und verbrannten Blumen ist auch nach 30 Jahren noch da, jedoch sehr sanft. Wundervolle weiche Fruchtigkeit von Grapefruit, Zitronengras, getrockneten Aprikosen und auch etwas Ananas trifft auf zarte Sherrynoten. Rosinen, Pflaumenmus, Waldhonig und dunkles Karamell. Über allem liegt ein mineralischer Eindruck von Kalkstein und frischer Minze. Mit zunehmender Zeit im Glas verschmilzen die Facetten zu einem Gesamtkunstwerk. Sehr komplex, tief und für sein Alter sehr frisch und lebendig!

Geschmack
Voll und intensiv entfaltet er sich auf der Zunge. Honig, grüner Tee, Pfirsiche, Ananas und Rosinen legen sich auf die Zunge. Hier geben definitiv die Ex-Bourbon-Casks den Ton an. An den Wangen breitet sich derweil eine pfeffrige Schärfe aus. Dazu deutliche Assoziationen an salzige Meeresgischt. Auch hier ist wieder eine Minznote in Verbindung mit zartem Rauch zu spüren. 

Abgang
Lang und erstaunlich rauchig mit etwas Asche. Vanille- und Karamellpudding, Honig und viel tropische Fruchtigkeit. Nun erscheint erstmals auch deutliche Eichenwürze. Zedernholz und angebrannter Espresso legen sich ganz zum Schluss an den Gaumen und hallen noch lange nach.

Fazit
Ein hervorragender alter Bowmore, der viele der neueren Abfüllungen geradezu deklassiert. Die nach 30 Jahren große Komplexität erlaubt dennoch auch einer gewissen Frische und Fruchtigkeit noch richtig zu glänzen. Erinnert ein Stück weit an den Tomatin 30, nur in Verbindung mit mineralischen Noten und dem typischen Bowmore Rauch. Klasse!

92/100

Dienstag, 16. Februar 2016

#099: The Glen Els - Künstler Collection #2



Im Jahr 2015 erschienen insgesamt vier Sonderabfüllungen von Glen Els unter dem Oberbegriff "Künstler Collection". In Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen Künstlern wurden die Labels der Flaschen zu richtigen Kunstwerken.
Meine liebste Abfüllung dieser allesamt guten deutschen Whiskies ist die #2, die in Malaga Fässern reifte. 


Farbe
Goldbraun

Nase
Ein höchst ungewöhnlicher Mix aus gleichzeitig frischen und dunklen, erdigen Noten. Auf der einen Seite finden sich Minze, Eukalyptus, Zitrusfrüchte und Pfirsichringe. Dicht dahinter drängen sich Rumrosinen, Karamell, Pfeifentabak und Steinobst. Über beiden Facetten thront spürbarer, aber sanfter Holzrauch und etwas pfeffrige Würze. Je nach Abstand der Nase zum Glas erstarkt mal die "dunkle" und mal die "helle" Seite des Malts. Ideal für Star Wars Fans. ;-)

Geschmack
Das Mundgefühl ist schwer und ölig. Zu Beginn sehr rustikal mit geräucherter Wurst und scharfem Pfeffer. Sehr schnell erstarkt dann das typische "Glen Els Mundgefühl" mit sehr süßem, cremigem Karamell. Dazu Nüsse, dunkles Kakaopulver und Rumrosinen. Die minzige Frische aus dem Aroma ist auf der Zunge nicht mehr vertreten.

Abgang
Im Abgang übernehmen Walnüsse, Espresso, geröstetes Brot und zarter Holzrauch die Führung. Daneben erscheint auch immer wieder die Süße in Form von Vanillezucker und leichter Fruchtigkeit.

Fazit
Die extrem dynamische Nase ist definitiv ein Highlight. Geschmack und Abgang kommen hier nicht ganz mit, bewegen sich aber auch auf sehr hohem Niveau. Man ist geneigt, bei Malagafässern mehr Süße zu erwarten, die kräftige Würze aus dem Eichenholz setzt hier aber sehr klare Grenzen.

87/100

Sonntag, 14. Februar 2016

#098: GlenDronach Peated




GlenDronach steht historisch hauptsächlich für dunkle, schwere Whiskies mit heftigem Sherryeinfluss. Dafür kennen und lieben Genießer rund um den Globus die Brennerei im "Tal der Brombeerhecken". Die große Nachfrage belastet die Lager schwer, so wurde z.B. kürzlich der beliebte 15 Jahre "Revival" vorübergehend eingestellt und es erschien ein neuer, 8-jähriger, Malt namens "The Hielan'" als Einstieg in die GlenDronach Range. Heute findet der erste GlenDronach mit getorftem Malz den Weg in mein Glas, ich bin sehr gespannt!


Farbe
Reifer Mais

Nase
Voller Erwartung suche ich den Rauch... Und er ist auch da. Allerdings sehr sanft, zart und zurückhaltend. Mehr Holz- als Torfrauch, was mich an BenRiach erinnert. 5-10 ppm werden es sein. Dazu Butterkaramell, Vanille, Malzbonbons und helle Früchte: Honigmelone, Aprikose und süßer roter Apfel. Später kommt eine zarte Säure von Zitrusfrüchten auf. Frisch, weich, zugänglich - erinnert mich sehr an den "Hielan'" - nur dass diesmal zartrauchiges Malz verwendet bzw. beigemischt wurde.

Geschmack
Das Mundgefühl ist anfangs sehr buttrig und cremig. Wieder Aprikose, Pfirsich, Mango... die gesamte Palette junger, heller Früchte. Dann schlägt unerwartet ungestüm eine deutliche Würze zu: Holziger Belag an den Wangen, Walnüsse, Espresso. An sich schön, doch leider etwas grobschlächtig. Der Torfeinfluss ist im Mund nur mehr zu erahnen.

Abgang
Im Abgang kommt der Rauch wieder, jetzt ist er am stärksten. Lagerfeuerrauch, etwas Asche, Gerstenzucker, Vanille, Karamellbonbons und eine Erinnerung an gegrillte Früchte. Bittere Walnussschalen am Gaumen. Der Abgang fällt für einen rauchigen Whisky nur mittellang aus.

Fazit
Der GlenDronach Peated zeigt deutliche Parallelen zum 8-jährigen Hielan. Es dominieren Fruchtnoten aus jungem Destillat und Ex-Bourbon-Fässern. Die Sherryfässer waren hier wohl eher für die Farbgebung zuständig. Von den jungen GlenDronachs gefällt mir der Hielan besser, er ist ausgewogener und runder. Wer einen rauchigen Whisky abseits der Klassiker von der Insel Islay genießen möchte, dem sei BenRiach empfohlen.

82/100

Mittwoch, 10. Februar 2016

#097: Macduff 1991 C&S Dram Senior Cask #1379


  • Brennerei: Macduff
  • Fasstyp: Bourbon Barrel #1379
  • Abfüller: C&S Dram Collection
  • Alter: 22 Jahre
  • Alkoholstärke: 54,9% ABV
  • Whiskybase: https://www.whiskybase.com/whisky/45701/macduff-1991-cs


Der erste Macduff meiner Whiskykarriere findet heute den Weg in mein Glas. Meine Nachforschungen ergaben, dass es Single Malt Abfüllungen unter dem Namen Macduff nur von unabhängigen Abfüllern gibt. Die anderweitigen Originalabfüllungen werden unter dem Namen Glen Deveron vertrieben. Der Großteil der Produktion jedoch wandert in verschiedene Blends.
Ich danke dem Abfüller Caminneci - Wine & Spirit Partner für Probe und Foto.


Farbe
Stroh

Nase
Eine klassische Ex-Bourbon-Nase mit viel Exotik. Als erstes treten Ananas, Aprikosen und Pfirsiche, getränkt in goldenem Sirup, hervor. Dazu Vanille und Crème Brûlée mit Apfelkompott. Später etwas Sandelholz und milder Pfeffer. Eine frische Note von Limettensaft und zerstoßenen Minzblättern beschließt die Nase.

Geschmack
Herrlich süß! Wieder mit Crème Brûlée, kandierten Pfirsichen, Honig und Ahornsirup. Auch die etwas sauren Früchte wie Ananas, Kiwi und Zitronen sind da. Gleichzeitig zeigen sich nach wenigen Sekunden auf der Zunge scharfer Pfeffer, Salz und etwas Ingwer. Der Alkohol verleiht dem Malt ordentliche Kraft, ist aber schön eingebunden.

Abgang
Auch der Abgang gestaltet sich verführerisch süß. Karamellbonbons, Vanillekipferl und ein Mix aus tropischen Früchten, die nun im Mixer püriert und kaum mehr zu separieren sind. Gegen Ende erscheint zarte Würzigkeit aus dem Eichenfass und bringt Röstaromen und etwas Zimt. Ich meine auch hier eine leichte maritime Note zu verspüren.

Fazit
Ex-Bourbon-Cask in Perfektion. Dieser Malt bietet wundervolle tropische Süße, perfekt eingebundenen Alkohol, angenehmes Mundgefühl und schöne Komplexität in Geschmack und Abgang. Erinnert mich in seiner sehr klaren Fruchtigkeit und den zarten Meeresnoten an den Bruichladdich The Laddie Sixteen und Twenty Two, die ich beide sehr mag.

88/100

Sonntag, 7. Februar 2016

#096: Glen Els - The Alrik - Edition 1912 Ruska




Die unter dem Namen "Alrik" vertriebenen Sondereditionen aus dem Hause Glen Els zählen zu den besten und teuersten Malt Whiskys die man aus Deutschland bekommen kann. Mit Sicherheit sind sie auch die unter den Fans begehrtesten. Ältere Abfüllungen erzielen regelmäßig extreme Preise auf dem Zweitmarkt. Die jüngste Interpretation des "Alrik" ist der "Edition 1912 - Ruska", der ausschließlich in verschiedenen Pedro Ximénez Sherryfässern reifte. Allen Alriks ist gemein, dass das verwendete Malz intensiv mit Holzrauch gedarrt wurde, was sie zu den rauchigsten Whiskys aus der Hammerschmiede macht.


Farbe
Rötliches Braun

Nase
Intensive Sherryaromen und kräftiger Holzrauch ringen um die Oberhand im Glas. Mal liegen Rosinen, Datteln, dunkle Schokolade, Karamell, Trockenpflaumen, Zimt und Orangenschalen vorne. Dann wiederum erstarkt die rauchige Seite und bringt richtig viel Räucherspeck, Schweinebraten und schwelende Holzscheite. Mit zunehmender Zeit im Glas gewinnt die rauchige Seite die Oberhand. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden.

Geschmack
Schwer und ölig mit dem typischen Glen Els Charakter. Auch auf der Zunge findet ein Wechselspiel von Trockenfrüchten, gesalzenem Karamell, süßem Malz, geräuchertem Fleisch und kräftigen Gewürzen statt. Auch hier ist der Alkohol gut eingebunden, erst wenn man den Malt lange im Mund behält macht sich eine pfeffrige Schärfe auf der Zunge bemerkbar. Am Ende leitet eine zarte Bitterkeit das Finish ein.

Abgang
Lang und von Holzrauch getragen gestaltet sich der Abgang wärmend und weich. Wieder Räucherspeck, Barbecue-Sauce, Grillfleisch und etwas Salz. Nach dem Fleisch wandern gemischte Beeren, Äpfel und Nüsse auf den Grill. Über allem thront herber Kakao, dunkler Kaffee und deutliche Holzigkeit.

Fazit
Sehr spannend. Erinnert stellenweise an einen fassstarken Sherrywhisky von der Insel Islay - wenn da nicht der Rauch so eigenständig und typisch holzig für Glen Els wäre. Ein beeindruckender Malt aus Deutschland, der sich mit internationalen Konkurrenten problemlos messen kann, dabei aber wundervoll eigenständig den typischen Hausstil der Brennerei aus dem Harz pflegt.

89/100

Mittwoch, 3. Februar 2016

#095: Bowmore Black Rock



Der Bowmore Black Rock ist ein gutes Beispiel für die Veränderung, in der sich die Welt des Whiskys seit geraumer Zeit befindet. Keine Altersangabe, dunkle Färbung dank Zuckercouleur, klangvoller Name. Dieser spezielle Bowmore wird in der 1 Liter Flasche für den Travel Value abgefüllt. Ich bin gespannt, ob er seiner tollen Aufmachung und dem Namen gerecht wird.


Farbe
Tiefes Kupfer

Nase
Typischer Bowmore-Rauch, leicht kräuterig-herbal mit einem Anflug von Lavendel, verbindet sich mit Orangen, Pfirsichen, Mirabellen, Mangos und Vanille. Dazu etwas Meersalz, Kalkstein und ein minimaler Anflug von Eiche. Insgesamt sehr frisch und etwas jugendlich für den klangvollen Namen "Black Rock".

Geschmack
Sehr leicht, sogar etwas wässrig auf der Zunge. Süßer Honig, sanfter Sherry, Pfirsichringe und Vanillegebäck. Wieder etwas Salz und auch etwas deutlicherer Rauch.

Abgang
Mittellang und bittersüß klingt der Black Rock ab. Tabak, Rauch, Kräuter und Milchkaffee. Gegen Ende erstarkt nochmal das europäische Eichenholz und bringt etwas Ingwer und kräftigen Kakao.

Fazit
Für Einsteiger in die Welt von Bowmore bzw. rauchiger Whiskys nicht uninteressant. Eine sehr harmonische Nase und überraschend kräftiger, schöner Rauch - das gefällt mir sehr. Mundgefühl und Abgang dann aber vergleichsweise dünn, hier hätten mehr Volumenprozente Alkohol und ein paar ältere Fässer Wunder gewirkt.

82/100