Mittwoch, 28. Oktober 2015

#060: Kavalan Solist Sherry Cask



Danke an Meik Weber für das Foto

Das Finale meiner Kavalan Solist Trilogie bildet der Sherry Cask. Ich bin sehr gespannt, wie er sich mit den Sherrybomben aus Schottland zu messen vermag.


Farbe
Dunkles Mahagoni

Nase
Direkt nach dem Eingießen strömt ein sehr dunkler, schwerer und aromatischer Geruch mit extrem viel Sherry aus dem Glas. Trockener Oloroso Sherry, mehr fruchtig als süß. Viel aromatisches Holz, Pfeifentabak, Brombeeren, Rosinen, Kirschen, dunkle Schokolade. Wie Schwarzwälder Kirschtorte mit einem starken Kaffee. Später kommen weihnachtliche Gewürze dazu: Zimtstangen, Lebkuchengewürz, Orangeat und Nelken.

Geschmack
Extrem viel Sherry auch im Geschmack. Jetzt auch sehr süß, die Trockenheit aus dem Aroma ist nicht mehr zu verspüren. Überreife schwarze Johannisbeeren, Pflaumen, Walnüsse und Kandiszucker. Kräftige Eichentannine sind ebenfalls vorhanden, überlagern den Sherry aber nicht, sie wechseln sich gut mit den Fruchtaromen ab.

Abgang
Viel Holz und Gewürze bleiben lange im Mund. Dazu Espresso dunkle Schokolade, Karamell, Zimt und allerlei rote Früchte, die immer wieder an den Wangen aufblitzen. Starker Speichelfluss.

Fazit
Ein wahres Sherrymonster mit allem, was dazu gehört. Die kurzen Jahre der Reifung in der Hitze Taiwans vollbringen hier wahrhaft Beeindruckendes. Dieser Whisky ist auf Augenhöhe mit den besten schottischen Sherryfasswhiskys, die für diese Qualität aber meist deutlich über 20 Jahre Reifezeit benötigen. Absolute Kaufempfehlung!

90/100

Dienstag, 27. Oktober 2015

#061: Baker's 7 Jahre (Jim Beam Small Batch Bourbon)



Es ist Zeit für den ersten Bourbon in meinem Blog! Lange Zeit habe ich einige Flaschen guten Bourbons primär für meine Gäste vorgehalten und mich selbst zu wenig damit beschäftigt. Doch dies wird sich nun nach und nach ändern.
Den Anfang macht der Baker's 7 Jahre, neben Booker's und Basil Hayden einer der Premium Small Batch Bourbons der Brennerei Jim Beam.



Farbe
Muskatnuss

Nase
Sehr weich, intensive Vanille und Karamellnoten treten sofort nach vorne. Etwas Apfelkompott und dunkle Himbeeren sind zu spüren, verlieren aber den Kampf gegen die schier übermächtige Kraft der Vanille und der Süße. Dazu gibt es deutliche Röstaromen aus den getoasteten Fässern und einen sehr gut eingebundenen Alkohol, der nur in Form einer frischen Brise zu spüren ist.

Geschmack
Sehr kräftige Eiche treibt den Speichelfluss sofort an. Der Malt gleitet ölig und fast buttrig über die Zunge. Erneut viel Süße mit Vanillezucker, Karamellpudding und Macadamia-Nüsse. Der Alkohol ist auch hier gut eingebunden, erst nach mehr als 10 Sekunden im Mund beginnt ein deutliches Prickeln auf der Zunge.

Abgang
Seidig weich und mild mit Sahnetoffee, Vanille und aber gleichzeitig deutlichen Eichentanninen, die den Speichelfluss auch lange nach dem Schlucken noch weiter anregen.

Fazit

Ein sehr schöner Bourbon, je mehr Zeit man ihm im Nosing gibt, desto mehr treten auch angenehme Fruchtnoten zum übermächtigen Vanille-Karamell hinzu. Insgesamt ein top Whisky für den Sommer, für die kalten Abende im Winter aber fehlt es dann final doch ein wenig an Komplexität.

87/100

Sonntag, 25. Oktober 2015

#059: Kavalan Solist Vinho Barrique



Danke an Meik Weber für das Foto

Dieser Whisky, genauer gesagt das Fass  W090220051, hat in 2015 den Titel "World's Best Single Malt" bei den World Whiskies Awards gewonnen. Auf Auszeichnungen gebe ich normalerweise nicht viel, aber das macht mich nun doch neugierig. Die Kavalan Einzelfassabfüllungen schwanken z.T. stark in der Qualität, was nicht zuletzt der dem Taiwanesischen Klima geschuldet ist, in dem die Whiskys extrem schnell reifen.


Farbe
Mahagoni mit roten Reflexen

Nase
Ein warmer Mürbteigkuchen, belegt mit Pflaumen, Kirschen, Rosinen, Erdbeeren und einigen Haselnüssen. Sehr süß, erinnert stellenweise auch an gemischte Gummibärchen. Darüber eine Gewürzmischung... Schwierig zu differenzieren... Zimt, Ingwer, vielleicht etwas Kardamom. Eine kräftige Note von Zedernholz thront zusammen mit dem mächtigen Alkohol darüber.

Geschmack
Sehr kraftvoll und stark alkoholisch tritt der Malt auf die Zunge. Es dominieren Gewürze und starkes Eichentannin. Etwas dahinter folgt eine schier unbändige Süße von Fruchtgummi, reifen Kirschen, Brombeeren, Zimtzucker und Karamell.
Abgang
Mittellang und bittersüßes Finish mit Espresso, dunkler Schokolade, eingelegten Kirschen, Marzipan und einem Hauch Säure.

Fazit
Ein unheimlich kräftiger Whisky, der von den fast "roh" anmutenden Alkoholnoten und starken Tanninen bestimmt wird. Die wunderbare, weiche, süße Fruchtigkeit scheint immer wieder durch, doch selbst mit Wasser lässt sich die Brutalität nur unwesentlich eindämmen.
Ein guter Whisky? Ja! Ein besonderer Whisky? Ja! Der beste Whisky der Welt? Für mich nicht.


86/100

Mittwoch, 21. Oktober 2015

#058: Kavalan Solist Ex-Bourbon Cask



Danke an Meik Weber für das Foto

Ab dieser Woche nehme ich mir die längst überfälligen "Solist" Einzelfassabfüllungen der Brennerei aus Taiwan vor. Das extreme Klima Taiwans bringt in vergleichsweise kurzen Lagerzeiten extreme Reifegrade hervor. Ich bin gespannt...


Farbe
Blasses Gold

Nase

Sehr viel malzige Süße, Karamellbonbons, Vanille, brauner Zucker und frischer Kuchenteig. Kurz nach dem Einschenken ist der Alkohol in Form einer Minznote präsent, nach einigen Momenten im Glas zieht er sich aber zurück und verbleibt im Hintergrund.
Es folgt ein Schwall tropischer Fruchtnoten: Allen voran kräftige Kokosnuss, Banane, Papaya und nochmal Kokosnuss.

Geschmack
Unheimlich süß und gleichzeitig durch über 56% Alkoholgehalt sehr kräftig füllt der Malt den Mund mit Aprikosen, Pfirsichen, Ananas und Kokosnuss, eingebettet in sahniges Karamell und bestreut mit Vanillezucker. Es findet sich also die komplette Palette aus der Nase auf der Zunge.

Abgang
Eine leichte Eichenwürzigkeit umspielt Vanille, Karamell und Gummibärchen. Einige Röstaromen aus den Fässern erwecken die Erinnerung an über Feuer geröstete Marshmallows. Der Abgang ist kurz bis mittellang.

86/100

Sonntag, 18. Oktober 2015

#057: Glen Scotia 1991 - Merchant's Mahogany Chest - Wemyss Malts




Das finale meiner Glen Scotia & Wemyss Trilogie bildet der im Sherry Butt gereifte "Merchant's Mahogany Chest". Die Farbe verheisst Großes, wie man anhand des Bildes unschwer erkennen kann...


Farbe
Dunkles Walnussholz

Nase
Viel Sherry, der vergleichsweise "dreckig" daher kommt. Schießpulver, Tabakdose, Rosinen, rote Trauben, Brombeeren und etwas Asche. Dahinter liegt eine maritime Note mit Salz, etwas Rauch und nassem Holz. Der maritime Einschlag weicht nach längerer Zeit im Glas und die Früchte bauen sich zusammen mit Zimtzucker, Äpfeln und Kandiszucker, parallel weiter aus. Über allem deutliche Eichenholzfracht.

Geschmack
Sehr dunkle Schokolade, Espresso, Walnüsse und wieder etwas Schießpulver. Viel Sherry mit Brombeeren, Zimt, Muskat und süßer Balsamicocreme. Dazu kräftige Holznoten. Der Alkohol gibt dem Malt sehr viel Kraft, mehr als 46% Vol. sind hier absolut nicht von Nöten.

Abgang
Lang, würzig und wärmend. Espresso, Pfeffer und eine deutlich bittere Holzigkeit verbleiben an den Wangen, während auf der Zungenspitze auch die Fruchtnoten immer wieder durchblitzen.

Fazit
Ein wunderbarer Whisky. Viel Sherry, Holz und Meer - alles irgendwie schmutzig und altmodisch.

90/100

Donnerstag, 15. Oktober 2015

056: Glen Scotia 1991 - Leather-bound Ledger - Wemyss Malts


  • Brennerei: Glen Scotia
  • Fasstyp: Sherry Hogshead
  • Jahrgang: 1991 (Abgefüllt in 2015 mit 24 Jahren Alter)
  • Abfüller: Wemyss Malts
  • Alkoholstärke: 46% ABV
  • Whiskybase: https://www.whiskybase.com/whisky/70629/glen-scotia-1991-wy


Heute bin ich wieder bei Glen Scotia und dem unabhängigen Abfüller Wemyss Malts. Das zweite von drei in 1991 destillierten Einzelfassabfüllungen ist der "Leather-bound Ledger". 


Farbe
Tiefes Gold

Nase
Sehr herbstlich und voll mit Brombeeren, roten Apfeln und Zwetschgen in Karamell, sowie in Alkohol getränkte Kirschen. Gleichzeitig erlebe ich Nuancen einer gewissen frischen Säure, wie bei grünen Äpfeln. Verrückt...
Über allem schwebt eine große Wolke von Schießpulver, etwas Schwefel und viel altem, staubigen Leder. Der Name ist Programm.
Geschmack
Sehr maritim mit deutlichem Meersalz und einem leichten Hauch Rauch. Dazu viele süße Sherrynoten mit Pflaumen, Rosinen und braunem Zucker. Ordentliche Würze in Form von Ingwer, Muskat und Pfeffer ist ebenfalls vorhanden und kündet von langen Jahren im Sherryfass.

Abgang
Zartbitterschokolade, Pfeffer, Eichenfracht und Capuccino.
Nach einiger Zeit verblassen Bitterkeit und Würze und es bleibt eine zarte Süße von Karamell mit Vanille.


Fazit
Ich finde den Malt mehr maritim als ledrig - der Name ist dennoch gut gewählt. Eine exzellente Kombination aus der für Glen Scotia so typischen Küstennähe mit vielen klassischen Sherryaromen. Gefällt mir gut!

89/100

Dienstag, 13. Oktober 2015

#055: Glen Scotia 1991 - Salted Caramels - Wemyss Malts




Nach durchaus positiven Eindrücken zur neuen Standardrange von Glen Scotia (Double Cask, 15 Jahre & Victoriana) habe ich mich entschlossen, auch einige unabhängige Abfüllungen zu versuchen. Den Anfang mache ich mit 3 Abfüllungen von Wemyss Malts und beginne mit dem "Salted Caramels".


Farbe
Tiefes Gold

Nase
Salzwasser, mineralische Seeluft, Kalk und das namensgebende Karamell. Dazu warmer Kuchenteig mit Grapefruit, getrocknete Aprikosen und Physalis. Über allem schwebt ein ganz feiner, kaum wahrnehmbarer, Rauch.

Geschmack
Süß und cremig mit viel Milchkaramell und Vanille. Dann würziger mit Pfeffer, Lakritze und etwas bitterer Eiche hinten auf der Zunge. Auch die Früchte finden sich im Geschmack wieder.

Abgang
Warm und salzig, wieder mit Lakritze, Karamell und Vanille. Auch der Hauch von Rauch ist wieder mit von der Partie.

Fazit
Insgesamt erinnert mich der Whisky, wie auch der neue Glen Scotia Double Cask, an eine Bäckerei am Hafen. Dort wird mit vielen süßen Zutaten hantiert und der Geruch des unter dem Fenster gluckernden Hafenwassers und der Schiffe ist stets präsent. Der Salted Karamells ist gut, aber nicht hochkomplex.

85/100

Sonntag, 11. Oktober 2015

#054: Port Charlotte - PC12 Oileanach Furachail



Bruichladdich veröffentlicht unter dem Markennamen PC in jährlichen Abständen einen neuen "PC" - die Zahl dahinter gibt jeweils das Alter des Whiskys an. Das Ziel ist es, den Effekt der immer längeren Reifung auf den Port Charlotte zu dokumentieren. Die Aktuell 12. Version trägt den Beinamen "Oileanach Furachail" und ist dem jetzigen Master Distiller, Adam Hannett und seiner langen Lehrzeit bei Jim McEwan gewidmet.

Farbe
Poliertes Nussbaumholz

Nase
Süß und für einen Port Charlotte vergleichsweise mild. Durchaus kräftiger Rauch verbindet sich mit vielfältigen Früchten zu einem geräucherten Kompott aus: Pflaumen, Feigen, Wassermelonen, Aprikosen und Äpfeln. Dazu Marzipan, Karamell und etwas Menthol. Der Rauch ist nur ganz leicht medizinisch, erinnert mehr an Holzrauch. Den PC-typischen "Kuhstall" finde ich im PC 12 nicht. Der Alkohol ist hervorragend eingebunden und nicht störend.

Geschmack
Grüne Pfefferkörner auf knusprig gegrilltem Fleisch. Mariniert in stark rauchiger BBQ-Honig-Sauce. Dann geräucherter Apfel, Aprikose, Sandelholz und in der Pfanne verbrannter Zimt-Zucker.
Die würzige Eiche ergänzt sich wunderbar mit den Röstaromen und liefert den Kontrapunkt.

Abgang
Lang und rauchig mit einer bittersüßen Note von gebrannten Mandeln, Zuckerwatte, Räucherspeck, Asche und etwas Holzkohle.

Fazit
Dem PC11 nicht unähnlich auch hier wieder ein schöner Port Charlotte mit einem deutlichen Sherryeinfluss, der aber auch süße und tropische Komponenten aus gutem Ex-Bourbon-Holz vorweisen kann.

90/100

Mittwoch, 7. Oktober 2015

#053: Bruichladdich The Laddie Twenty Two - 22 Jahre





Farbe
Altes Gold

Nase

Zitrusfrüchte, Vanille, Karamell, Getreide. Frisch gebackenes Brot wird gebrochen. Ich rieche einen Hauch vom Meer: Etwas Salz, etwas Gischt. Aber nur verhalten - beim Sixteen sind die maritimen Noten deutlich ausgeprägter.
Die Vielfalt an Früchten nimmt zu: Grüner Apfel, Physalis, weißer Pfirsich und etwas Ananas.
Nach weiterer Wartezeit frisch gemähtes Gras, Bergkräuter, und Ingwer.
Deutliche Eichenwürze ist schon in der Nase spürbar - eine unbedarftere Nase könnte hier leichten Rauch vermuten.
Insgesamt würde ich die Würze aber noch als vergleichsweise mild beschreiben. Auch nach 22 langen Jahren bleibt es eben doch amerikanische Weißeiche.

Geschmack
Ein sehr öliges Mundgefühl - typisch Bruichladdich! Ein Effekt der fehlenden Kühlfiltration und der langsame Destillation.
Zunächst sehr floral. Herbe Eichentöne, deutlicher als im Aroma. Dann malzig und leicht fruchtig. Ananas und zerdrückte Banane mit einem Löffel Honig.
Die Aromen harmonieren gut miteinander, der Alkohol gibt dem Malt Kraft, ist aber gut eingebunden und stört zu keiner Zeit.
Meiner Meinung nach überdeckt die für amerikanische Eichenfässer unerwartet herb ausfallende Eiche einiges an potentiellen Nuancen.

Abgang
Die herbe Note verschwindet und macht Platz für die volle Palette an Frucht aus der Nase: Apfel, Ananas, Banane, mit Vanillecreme und einem Spritzer Zitrone. Sehr schön. Verblasst relativ schnell, eine angenehme Vanillenote mit etwas Karamell hingegen verbleibt lange im Mund.

Fazit
Ein wunderschönes Beispiel dafür, wie gut Bruichladdich's Spirit mit guten Ex-Bourbon-Fässern harmoniert. Fruchtig und irgendwie maritim zugleich.

89/100

Sonntag, 4. Oktober 2015

#052: Bruichladdich - Laddie Crew Valinch Nr. 13 - Jim McEwan





Im Rahmen der aktuellen "Crew Valinch" Serie widmet Bruichladdich unterschiedlichen Mitarbeitern je ein Fass. Aus diesem Fass können sich Besucher im Shop auf Islay dann ihre Flasche selbst abfüllen. Die Nummer 13 ist dem ehemaligen Master Distiller, der Legende Jim McEwan, gewidmet und reifte 23 Jahre lang in einem Fino-Sherryfass. 


Farbe
Dunkles Kupfer

Nase

Süß und zugleich eichenholazlastig präsentiert sich die Nase gleich zu Beginn sehr komplex. Getrocknete Aprikose, Pfirsich und Ananas. Dazu ist gleichzeitig eine frische Komponente mit Limetten, saftigen Aprikosen und Orangen zu spüren. Irgendwie verrückt, frische und oxidierte Früchte gleichzeitig im Aroma wahrzunehmen.
Über allem thront neben einer malzigen Süße und Kandiszucker eine majestätische Holznote, die mit ihrer Trockenheit und warmen Note an einen Aufguss in einer Holzsauna erinnert. Das Holz ist so kräftig, dass es unübersehbar in jedem Atemzug enthalten ist, aber gleichzeitig so elegant, dass es keines der anderen Aromen auch nur im Entferntesten überdeckt.

Geschmack
Unheimlich ölig und cremig kleidet der Malt den gesamten Mundraum aus. Angenehm süß mit Kandiszucker, Marzipankartoffeln, reifen Aprikosen, Malz, Karamell und etwas Pfeffer auf der Zungenspitze.
Dann setzt sich der trockene Charakter des Fino mit würzigen Holznoten und leicht saurem Trockenobst durch.

Abgang
Lang und vielschichtig klingt "Jim" ab. Während anfangs deutliche Holznoten und bitterer Espresso dominieren, kommen nach und nach immer cremigere und fruchtige Noten zum Vorschein. Sahnebonbons mit Aprikose, Vanille und Karamell spielen mit allerlei tropischen Früchten - allen voran die Ananas - die immer wieder aufblitzen.

Fazit
Ein absolut perfekt ausgesuchtes Fass für den Abschied von Master Distiller Jim McEwan. Noch nie habe ich erlebt, dass frische und oxidierte Fruchtnoten so koexistieren und sich gegenseitig perfekt ergänzen. Dazu ist der Whisky nicht einfach nur süß sondern bietet wunderschöne, trockene Holznoten im Kontrast. I am in heaven.

93/100

Donnerstag, 1. Oktober 2015

#051: GlenDronach 18 Jahre - Marsala Cask Finish



Danke an Meik Weber für das Foto.

Farbe
Golden

Nase
Süß, buttrig und gelbfruchtig. Gekochte Physalis, Aprikose, Pflaumen. Besprenkelt mit Vanillesauce.
Selbstgemachter Zuckersirup, wie ich ihn für Cocktails verwende.
Gezuckerte Haselnüsse, die nach einigen Minuten zu Walnüssen zu werden scheinen. Würzige, europäische Eiche. 


Geschmack
Kräftig! Scharfer Pfeffer, Sultaninen, Honig, Birnen gebrannte Mandeln. Der Marsala ist erkennbar. Das finde ich gut, oftmals ist bei Finishes kaum auszumachen, welche Fässer verwendet wurden.

Abgang
Die Aprikosen, Physalis und Pflaumen sind wieder da. Diesmal begleitet von Äpfeln - und der Fruchtcocktail ist mit Honig glasiert. Es verbleibt eine würzige Eichennote, die sich leicht ins Bittere zieht und noch vergleichsweise lange im Mund verweilt. Die Früchte hätten ruhig länger bleiben können.

Fazit
Gleich vorab: Der Hype ist, geschmacklich, meiner Meinung nach unbegründet. Ein gut gemachtes Finish - mal etwas anderes. Wäre mir persönlich zwischen 70 und 100 EUR wert.
Die Nase gefällt mir persönlich hervorragend und ist wirklich eigenständig.
Der Geschmack kann mit Nase und Finish nicht mithalten, für mich ist hier der Pfeffer deutlich zu mächtig.

86/100