Sonntag, 30. August 2015

#037: Yamazaki 18 Jahre // Japanese Single Malt Whisky



Danke an Stephan Wedekind für das Foto!

Diese Woche ist eine Woche voller Erstkontakte für mich. Nach dem etwas durchwachsenen Stelldichein mit Glenfarclas sollte ich mich mein erster Whisky aus Japan, der Yamasaki 18 Jahre, dafür mehr als entschädigen...

Farbe
Dunkles Kupfer

Nase

Unheimlich komplex im ersten Antritt. Die Aromen sind stark und eng miteinander verwoben und wollen sich gar nicht voneinander trennen lassen!
Versuchen wir es: Wahnsinnig viel Frucht. Traube, Orange, Pfirsich, Rosinen in Vollmilchschokolade. Dann Vanille, Nelken, Marshmallows und süße Apfelringe.
Über allem liegt, neben deutlicher und würziger Eiche, eine dessertartige Süße. Pudding, Vanillecreme, süße Torte, Jellybeans - da ist von allem etwas dabei.


Geschmack
Kräftige Eiche, süß und trocken zugleich! Cremiges Mundgefühl mit viel Sherry und deutlicher Würze, die nicht nur von amerikanischer und europäischer Eiche stammt. Ich meine die japanische Mizunara-Eiche mit einer eigenständigen, süß-würzigen Note zu spüren. Dann Rosinen, Pflaumen, getrocknete Feigen und gezuckerte Nüsse.

Abgang
Ein ganz leichter Hauch von Rauch, Anis, Zimt und einige mit Nelken gespickte Orangen. Dann kommt wieder die Süße vom Dessertbuffet, diesmal mit Schokoladenkuchen, gebackenen Bananen und gehackten Mandeln. Der Abgang ist ingesamt lang und fruchtig-trocken, mit immer wieder aufkeimender Süße.

Fazit
Hier stimmt einfach alles! Ein Single Malt der mehr als nur auf Augenhöhe mit den Schotten rangiert. Sherry, Frucht, Süße und eigenständige Würze machen ihn für mich unverwechselbar. Dabei unheimlich komplex und doch einfach und angenehm zu genießen.

90/100

Donnerstag, 27. August 2015

#036: Glenfarclas Premium Edition - Vintage 2000


  • Brennerei: Glenfarclas
  • Fasstyp: Oloroso Sherry Butts
  • Jahrgang: 2000 - Abgefüllt 2013 (Fässer 5865 - 5873)
  • Alkoholstärke: 46% ABV
  • Whiskybase: https://www.whiskybase.com/whisky/41500/glenfarclas-2000


Die Brennerei Glenfarclas habe ich lange sträflich vernachlässigt. Dies möchte ich nun nach und nach holen und beginne heute mit einem Whisky aus dem Jahr 2000 - der in Trinkstärke von 46% Volumenprozenten Alkohol in der "Premium Edition" abgefüllt wurde.

Farbe
Bernstein

Nase
Ein sommerlicher Obstkorb! Rote Äpfel, Kirschen, Erdbeeren, Bananen, später sogar Kiwi! ... Alles schön reif, aber nicht überreif. Dazu gekochte Sahne und leicht angeröstete Mandeln. Alkohol ist zu Beginn spürbar, nach einigen Minuten im Glas aber kaum mehr wahrnehmbar.
Hier ist ein Großteil Second Fill Oloroso Casks zum Einsatz gekommen. Die vergleichsweise helle Farbe und die vielen hellroten Früchte sprechen eindeutig dafür.



Geschmack
Süß! Wieder das volle Potpourri des Obstkorbes. Honig belegt Zunge und Wangen. Angenehme Eichentöne. Etwas Würze, der angenehme Nebeneffekt der 2nd Fill Fässer. Der Alkohol ist hier nicht ganz so gut eingebunden und ist zwischendurch trotz nur 46% spür- und schmeckbar.

Abgang
Süß mit gebrannten Mandeln und etwas Marzipan. Wieder etwas Eiche in Form von Würze und ein ganz klein wenig zarter Bitterkeit.

Fazit
Ein sehr fruchtiger und schöner Whisky. Nicht zu schwer, ich denke gut auch bei höheren Temperaturen genießbar. Schwächen leistet er sich keine, allerdings auch keine hervorstechenden Highlights. Gutes PLV.

83/100

Dienstag, 25. August 2015

#035: Bruichladdich 2001 // Fresh Rum Barrel for Whiskymania.de



Heute nehme ich mir die zweite 2001er Abfüllung von Bruichladdich für Whiskymania.de vor. Dieses Mal wurde der Whisky für die gesamte Reifezeit in einem frischen Rum-Fass ausgebaut. Sehr interessant... Hier erwartet mich, wie ich feststellen sollte, etwas wahrhaft Großartiges. Darum sind die Notes auch heute sehr ausführlich. :)

Farbe
Goldenes Stroh

Nase
Ich stehe mitten in einem Nadelwald. Moos und Harz vermengen sich mit dem typischen frischen Geruch der Nadeln.
In der Nähe des Wald liegt wohl ein Wasserspeicher, ich vernehme einen leichten Anflug von Chlor.
Jetzt kommt er Rum und es wird süß. Honigmelone, Papaya und ein ganz leichter Lagerfreuerrauch.
Die enorme Stärke von 62,3% Volumenprozente Alkohol sind sehr stark in der Nase, hier muss Wasser ran.

Mit Wasser:
Dem Biest ist der Stachel gezogen und es öffnet sich: Gesalzenes Karamell, Sirup und Buttergebäck - ein Bruichladdich kann sich eben nicht verstecken. Die Rumnote wird exotischer und gibt Ananas, Papaya und vielleicht sogar eine saure Kiwi preis.
Was bleibt ist der Nadelwald, der über allem schwebt. Ein solches Aroma habe ich noch bei keinem Whisky verspürt.
Geschmack
Ich habe nur mit Wasser probiert. Doch auch mit Wasser: KRAFT OHNE ENDE!
Auch hier durch das typisch ölige und cremige Mundgefühl sofort als Bruichladdich zu erkennen.
Wieder Nadelwald - schmeckt so ein Tannenzapfen? Minzbonbons und etwas Rauch.

Abgang
Jetzt wird es, wider Erwarten, sehr weich und sanft. Goldener Sirup, tropische Früchte und Karamell kleiden den Mund aus. Die Eiche ist doch da und setzt zu Beginn eine würzige Note mit leichter Bitterkeit, die langsam verblasst.
Zwischen den vielen Früchten bin ich mir sicher, Litschi heraus zu schmecken. Süß-Sauer, saftig und sehr frisch. So habe ich die in Erinnerung!
Der Nadelwald hat einem Paradies aus Palmen Platz gemacht. Ganz weit entfernt ist er noch in Form einer leicht minzigen Note zu spüren.

Fazit
Dieser Whisky ist etwa ganz besonderes. Der Nadelwald wird mir wohl bis ans Ende meiner Whiskykarriere (also bis zum Tode :D) in Erinnerung bleiben. Hier ist viel Geduld und das Experimentieren mit Wasser gefragt, um alles heraus zu holen. Wer zu schnell urteilt bzw. mit der rohen Gewalt des Destillats überfordert ist, wird nur wenig Gefallen daran finden.
Ich aber sage: MEHR DAVON, ein Malt garantiert nicht für alle Tage, aber wenn's passt, dann passts.
Chapeau, Whiskymania!

91/100

Sonntag, 23. August 2015

#034: Bruichladdich 2001 1st Fill Sherry Cask for Whiskymania.de




Eine ganz besondere unabhängige Abfüllung eines deutschen Whiskyclubs wartet heute auf mich... Unglaublich kräftig mit über 62% Alkoholgehalt und sehr spannend - Bruichladdich und Sherryfässer finde ich immer interessant. Ein großes Dankeschön an meinen Freund Diedrich Frielinghaus, der diese Flasche mit mir geteilt hat. Auf Dich!


Farbe
Kupfer

Nase
Der Sherry hält sich zunächst sehr zurück. Gezuckerte Nüsse, Moos, feuchter Waldboden, Äpfel und das für Bruichladdich so typische buttrige Gebäck. Dieser Malt hat 62,3% Volumenprozente Alkoholgehalt - doch in der Nase ist dieser nur als kühlende Minze zu verspüren. Langsam und kunstvoll destilliert.
Ich warte noch einige Minuten und gebe etwas Wasser hinzu:
Da ist der Sherry! Rote Früchte, Rosinen, getrocknete Datteln. Doch das Gastspiel ist relativ kurz und ich bin wieder im Wald. Diesmal liegen einige frisch geschlagene Bäume am Boden und verströmen den Duft alten Holzes.
Ein Hauch von Schwefel und etwas Schießpulver. Ganz kurz kommt mir der Gedanke an einen Sylvesterabend.
Insgesamt bleibt die Nase auch nach einiger Zeit und Wasser sehr frisch, süß und hell. Ich denke hier war ein sehr heller und trockener Sherry vorher im Fass am Werk. Vielleicht ein Manzanilla-Fass?



Geschmack

Dieser Whisky hat richtig Kraft! Ölige Konsistenz im Mund, man meint ihn kauen zu können. Es prickelt angenehm auf der Zunge, fast wie Kohlensäure, ich bin wohl mit dem Wasser nur knapp unter 60% gekommen.
Süße, reife Erdbeeren und auch die Eiche ist hier spürbar. Cremig und angenehm. Wieder eine leichte Assoziation an Salz und Meer.
Etwas Rauch ist auch da, aber deutlich weniger als bei einem Port Charlotte.

Abgang
Langsam und leicht rauchig klingt der Malt ab.
Würzige Eiche, wieder etwas Schwefel. Ein Anflug von Salz. Wieder feuchter Waldboden und einige Tannenzapfen. Dazwischen kommt immer wieder kurz eine Süße hoch, die dann von den starken anderen Noten wieder zurückgedrängt wird.


Fazit
Ein sehr atypischer Malt aus dem Sherryfass. Hier liegen nicht die für einen Oloroso oder PX typischen Aromen vor. Alles an diesem Malt weckt in mir Assoziationen an den Wald, den ich seit meiner Kindheit so gerne in langen Spaziergängen alleine durchwandere. Alles in allem unverkennbar Bruichladdich, wie ein "Port Charlotte light". I like it!

91/100

Donnerstag, 20. August 2015

#033: Benromach 10 Jahre 100° Proof




Die Brennerei Benromach ist weitgehend ungehyped und hat dennoch in den letzten Monaten von zahlreichen Genießern und Bloggern großen Zuspruch erhalten.
Grund genug für mich, der 10-jährigen Standardabfüllung in der 100° Proof (57% ABV) einmal auf den Zahn zu fühlen. 


Farbe
Kupfer

Nase

Reife Saftorangen, rote Äpfel, reife Brombeeren, dunkle Kirschen am Ende matschige Bananen. Insgesamt sehr sherrytönig. Unterlegt von sanftem Rauch, unter 10ppm. Der Malt reagiert wunderbar auf Luft und Zeit: Marzipan, Karamellpudding, der Rauch weicht dem Eindruck von etwas Schießpulver.

Geschmack
Süß und kraftvoll. Marzipan, Mandeln, rote Früchte, etwas Eiche. Nach einigen Sekunden wird er trockener und würziger. Der Rauch ist nur mehr ganz am Ende spürbar und setzt einen sanften Kontrapunkt zur Früchten und Süße. Das Mundgefühl ist angenehm cremig. Die hohe Alkoholstärke gibt ihm Kraft. Mit etwas Wasser ist er gefälliger, ohne seinen Charakter zu verändern.

Abgang

Der Abgang ist lang, der sanfte Rauch lässt den Malt noch lange im Mund verweilen. Während vorne auf der Zunge noch süße Mandeln und der Sherry prickeln, erstarken hinten und am Gaumen angenehme und würzige Eichentöne.

Fazit

Mein erster Benromach. Ich bin beeindruckt: Für die vergleichsweise jungen 10 Jahre wird hier viel Komplexität und richtig tolle Aromen geboten. Der Whisky schmeckt irgendwie "altmodisch" - im positiven Sinne.
Ich werde definitiv weitere Benromach Malts kaufen, hier wird vieles richtig gemacht: Tolle Verpackung, keine Farbe, keine Filtrierung, kräftige Trinkstärke, tolle Fässer.


88/100


Dienstag, 18. August 2015

#032: Bruichladdich 12 Jahre




Heute habe ich wieder etwas aus meinem Archiv für euch: Eine schon lang vom Markt verschwundene, 12-jährige Standardabfüllung aus dem Hause Bruichladdich. 


Farbe
Gelbgold

Nase
Tropische Früchte und viel Süße! Ananas, Papaya, Vanille und Karamell. Zitrusfrüchte von der Destillation. Dahinter ein Hauch von Birne und etwas Inselaroma in Form von maritimen Noten und einem Hauch von zartem Rauch.

Geschmack
Süße und Schärfe wechseln sich ab. Kräftiger schwarzer Pfeffer. Der Torfrauch ist im Geschmack etwas stärker als in der Nase.

Abgang
Für einen in amerikanischer Weißeiche gereiftem Malt fällt die Eiche erstaunlich bitter aus, ist aber immer noch zartbitter und nicht unangenehm. Wieder rauchig. Ananas und Birne aus der Nase geben sich erneut die Ehre.

Fazit
Am besten gefällt mir die tropisch süße Nase. Leider fällt der Geschmack und das Finish etwas zurück, hier ist für mich der Pfeffer zu dominant und verdrängt die Süße und den fruchtigen Brennereicharakter von Bruichladdich etwas zu stark.

84/100

Sonntag, 16. August 2015

#031: BenRiach Dunder // 18 Jahre // Dark Rum Finish


  
Der Rückstand, der nach dem Brennen von Rum im Brennkessel zurückbleibt, wird "Dunder" genannt. Diese Flüssigkeit dient als Grundlage für die Hefe im Produktionsprozess von Jamaica Rum. Damit ist der "Dunder" vergleichbar mit dem "Sour Mash" für amerikanischen Bourbon - ein wichtiger Bestandteil des Rum-Aromas.

Diese Benamung für den jüngsten Spross aus BenRiachs Woodfinish Serie lässt viele große Rum-Aromen im Whisky erwarten. Ich bin gespannt!


Farbe
Goldener Mais

Nase
Ganz zu Beginn dominiert das typische "BenRiach-Lagerfeuer". Schöner Holzrauch. Es folgt muffiges Holz und süße Melasse. Nach einiger Zeit wird die Süße stärker. Bananen, Fruchtgummi, etwas Vanille und Rohrzucker. Der Einfluss des Rums lässt sich nicht verleugnen. Der Rauch wird phenolischer und bildet zusammen mit dem Rum eine sehr ungewöhnliche Kopfnote, die mich leicht an einen Kiefernwald erinnert.
Mit etwas Wasser wird es frisch: Zitronen und Sauerkirschen. Der Rauch wird schwächer.

Geschmack

Kräftig und würzig tritt der Malt auf die Zunge. Holzrauch und süße Früchte mit Vanillesauce. Die Banane ist ebenfalls wieder da und sehr schön kräftig und reif. Dann Rum, Melasse und Eiche. Der Alkohol ist gut eingebunden und gibt eine angenehme Kraft auf der Zunge, ohne aber auch nur im geringsten unangenehm aufzufallen.

Abgang
Die ersten Momente des Abgangs sind geprägt von Holzrauch und Eiche. Auf dem langsam erkaltenden Feuer werden Bananen geröstet und anschließend zermatscht und mit Karamell serviert. Wie bei vielen rauchigen Malts ist der Abgang sehr sehr lang. Wenn Früchte und Süße schon lange weg sind, glimmt hinten am Gaumen immer noch leichte Glut. 


Fazit
Der Dunder ist ein ungewöhnlicher Zeitgenosse mit einigen durchaus "schrägen" Noten. Doch das macht einen Teil seines Reizes aus. Kein Malt für jeden Tag und für jeden Genießer, aber mit Sicherheit etwas Besonderes.


88/100

Donnerstag, 13. August 2015

#030: Mortlach 15 Jahre Gordon & MacPhail






Mortlach ist für mich eine der spannendsten Speyside-Brennereien. Mit einem unverwechselbarem, starken Brennereicharakter hat diese Brennerei Kultcharakter.
Besonders interessant finde ich bei Mortlach die zahlreich vorhandenen unabhängigen Abfüllungen - hier stimmt, ganz im Gegensatz zu den neuen Originalabfüllungen, auch das Preis-Leistungsverhältnis.

Heute habe ich ein wenig ältere Notes zur 15-jährigen Abfüllung von Gordon & MacPhail aus dem Archiv geholt.


Farbe
Bernstein

Nase
Viel Sherry, süße überreife dunkle Beeren. Und dann: Rosinen ohne Ende! Ich stehe plötzlich in der Bäckerei meines Großvaters, wo die Rosinen in großen Eimern aufbewahrt wurden. Zitrusfrüchte im Hintergrund. Nach einigen Minuten im Glas wird er würziger und erdiger, verliert aber nicht an Süße. 

Geschmack
Sehr süß und weich. Cremig. In Oloroso-Sherry eingelegte Rosinen. Brauner Rohrzucker. 

Abgang
Der Abgang ist wie eine Transformation der Nase auf den Gaumen. Rosinen, Sherry, unheimlich süß. Eine zarte Eiche setzt gekonnt den Kontrapunkt. Für europäische Eiche erstaunlich sanft. 

Fazit
Ein wunderbarer Malt! Die spezielle Rosinennote versetzt mich zurück in meine Kindheit - doch auch der Rest weiß absolut zu überzeugen. Dazu ein hervorragendes PLV! Wer braucht schon die, vorsichtig formuliert, optimistisch eingepreisten neuen Originalabfüllungen von Mortlach, wenn er solche Abfüllungen haben kann?

87/100

Dienstag, 11. August 2015

#029: Glen Scotia Victoriana




Heute bin ich beim Flagschiff der neuen Glen Scotia Range angelangt. Der Single Malt mit dem klangvollen Namen "Victoriana" wird mit kräftigem Alkoholgehalt von 51,5% abgefüllt und stammt aus einer Kombination aus klassischen Ex-Bourbon-Fässern und neuen, stark ausgebrannten Fässern. 


Farbe
Helles Kupfer

Nase
Zuerst etwas verschlossen und leicht stechend, ich gebe den Malt einige Minuten im Glas. Gebackene Bananen, angebrannter Zucker, gesalzene Cashews und viel klassische Vanille und Karamell. Dahinter liegt etwas Limettensaft und ein Hauch frischer Minze.Über allem schweben kräftige Röstaromen, die fast in eine leichte Rauchigkeit übergehen.

Geschmack
Sehr kompakt und ein wenig scharf. Mehr pfeffrig als alkoholisch. Starke Röstaromen dominieren: Schwarzer Kaffee, geröstete Mandeln, bittere Holztöne und etwas Holzkohle. Dahinter wieder etwas gebackene Banane. Der Alkohol ist super eingebunden, der Wunsch nach Wasser kommt nicht auf.

Abgang
Sehr dunkle Schokolade, bittere Eichenwürze, verkohlte Nüsse. Der Speichelfluss wird durch den starken Alkoholgehalt angeregt und so treten doch noch mehr klassische Bourbon-Aromen zu Tage: Vanille, Zitronen und etwas karamellisierter Zucker.

Fazit
Ein ehrlicher und sehr geradliniger (positiv!) Malt. Der Angabe, dass gute und sehr stark ausgebrannte Fässer verwendet wurden, wird er sehr gerecht - viele kräftige Röstaromen machen den Whisky durchaus interessant.

84/100




Samstag, 8. August 2015

#028: Glen Scotia 15 Jahre

Brennerei: Glen Scotia
Fasstyp: American Oak Barrels 
Alter: 15 Jahre
Alkoholstärke: 46% ABV
Whiskybase: https://www.whiskybase.com/whisky/62940/glen-scotia-15-year-old




Weiter geht es mit der neuen Glen Scotia Range. Heute ist der preislich in der Mitte des neuen Triumvirats angesiedelte 15-Jährige dran. Dieser wurde in nach Angaben auf dem Label ausschließlich in Ex-Bourbon Fässern gereift.


Farbe
Kräftiges Gold

Nase
Birnen, Äpfel, Vanille und süßes Malz. Dahinter liegt eine deutliche Hefenote. Dann süßer werdend mit Sirup, Rohrzucker und frischem Kuchenteig. Später kommt dann ein Anflug von Ananas und Mango zum Vorschein.

Geschmack
Kräftig, würzig und zuerst deutlich fruchtig. Beeren, Karamell und Ingwer. Dann wird es bitter-würzig: Eine ganze Wucht aus gerösteten Walnüssen, Kaffeebohnen, Eichenholz und angebranntem Kuchenteig übernimmt die Führung.

Abgang
Zunächst bitter mit Espresso und in dunkle Schokolade gehüllten Kaffeebohnen. Dann wird es cremiger mit gesalzenem Karamell, Sahnebonbons und viel Vanille - dabei aber stets trocken und bitter-holzig bleibend.

Fazit
Im Aroma braucht dieser Malt einige Minuten, um sich voll zu entfalten. Die Nase ist dann richtig toll mit allem, was eine Reifung in guten Ex-Bourbon-Fässern auszeichnet. Leider im Geschmack und Abgang deutlich zu bitter, die Früchte können nicht mehr hervortreten.

80/100

Dienstag, 4. August 2015

#027: Glen Scotia Double Cask




Kürzlich hat die Campbeltown-Brennerei Glen Scotia ihre Core Range neu aufgestellt. Die kitschig bunten Tuben mit Bildern von Highland-Rindern wichen einer klassischen und hochwertigen Aufmachung. Leider hat nur eine der drei neuen Abfüllungen eine Altersangabe.
Heute beginne ich mit dem Double Cask.


Farbe
Heller Bernstein

Nase
Getrocknete Cranberries, Kirschen und Aprikosen. Überreife Äpfel, Rosinen, verbrannter Zucker und dunkler Kuchenteig. Die Aromen sind sehr kräftig und definiert - ein starkes Aroma. Dabei auch etwas salzig/maritim - wie eine Backstube am Hafen, in der eine Charge etwas zu lange im Ofen blieb.

Geschmack
Kräftig, würzig tritt er an. Sofort getrocknetes Obst, ganz dunkles Karamell und verbranntes Holz. Eine deutliche Assoziation an salzige Meeresluft und schwarzer Kaffee folgt.

Abgang
Mittellang und würzig. Es dominieren Röstaromen und Würze aus den Fässern. Dazu kommt Vanille, Karamell und ein Anflug von Rosinen.

Fazit
Ein guter Einstieg in die neue Range. Insbesondere die kräftigen Röstaromen und die angebrannten süßen Teigwaren sind so nicht alltäglich zu finden.

85/100

Sonntag, 2. August 2015

#026: Bruichladdich Black Art Valinch "High Noon"





Black Art. Eine geheimnisvolle Serie von Abfüllungen aus dem Hause Bruichladdich. Black Art feiert die Kunst von Jim McEwan, dem seit wenigen Tagen im wohlverdienten Ruhestand befindlichen Master Distiller von Bruichladdich.
Anlässlich des Feis Ile 2015 wurde nun erstmals eine Black Art Valinch Abfüllung herausgebracht. Über die verwendeten Fässer ist nichts bekannt. Das alter des jüngsten Fasses in diesem Whisky soll 23 Jahre betragen - insgesamt kommen die verwendeten Fässer auf ein Alter von ca. 134 Jahren.



Farbe
Altes Gold


Nase
Zuckriges Buttergebäck, süße helle Sommerfrüchte: Pfirsiche, Nektarinen und grüner Apfel. Sirup, Kokosraspel und Blumen. Nach und nach etwas dunkler mit geriebenem Apfel, Vanilleeis, Zimt und getrockneten Orangenscheiben. Etwas Eichenwürzigkeit in Form von Walnüssen und nur ein ganz leicht kühlender Anflug von Alkohol in der Nase - hervorragend ausbalanciert zwischen Frische, Süße und Frucht. 


Geschmack
Malzig süß kleidet der Malt den Mundraum in typischer Bruichladdich-Manier aus. Wieder Kokosnuss und ein ganzes Potpourri aus pürierten Früchten. Gesalzenes Karamell und Vanille machen schnell Platz für zartbittere Gewürze aus den Eichenfässern und gerösteten Kaffeebohnen. 


Abgang
Sehr dynamisch wechseln sich holzige Würze, Röstkaffee und die jetzt getrockneten und karamellisierten Früchte, sowie Vanille und Zitrusfrüchte ab. Dazu kommt ein leichter Anflug von feuchtem Waldboden in der Sonne und eine ganz spezielle Note: Pilze - frisch geschnittene Champignons, an denen noch die Erde, aus der sie just entrissen wurden, festhängt. 


Fazit
Kein Vergleich zu anderen Black Art Abfüllungen, die alle mehr oder weniger stark vom Ausbau in verschiedenen Rotweinfässern getragen wurden. Hier bietet eine Mixtur, vermutlich aus hochwertigen Bourbon- und weißen Süßweinfässern ganz andere Qualitäten. Insbesondere der dynamische Abgang weiß zu begeistern. Ein sehr runder, sauberer und perfekt gemachter Whisky, der für mich gut zur Sommerzeit oder den Herbst passt.  

90/100